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Zugvogel unterwegs

Bodensee vom 6. - 14.6.2016

Insel Reichenau

Um es gleich vorweg zu nehmen, geplant war ein Urlaub am Bodensee,

14 Tage, an verschiedenen Orten, mit dem Fahrrad den Bodensee erkunden.

So weit so gut. Schon im voraus hatten wir Bedenken, diese Planung verwirklichen zu können, das Wetter spielte verrückt. Im Süden Deutschlands gingen Unwetter herunter, Orte versanken im Schlamm und Geröll. Eine kurze Wetterberuhigung ließ uns dann aber doch hoffen und wir starteten Richtung Bodensee.

 

 

 

Montag, 6. Juni 2016

 

Wir starten sehr früh morgens, um nicht in den Berufsverkehrsstau in Hamburg zu kommen, was auch prima klappt. Wir umfahren die Kasseler Berge und erreichen den Stellplatz Bad Hersfeld am frühen Nachmittag. Das Wetter ist top, sommerlich warm. Der Stellplatz liegt direkt am Freibad, das nutzen wir aus und genießen einen entspannten Nachmittag mit schwimmen und in der Sonne bzw. im Schatten dösen.

 

 

Dienstag, 7. Juni 2016

 

Unser nächstes Ziel ist Rothenburg ob der Tauber. Den Campingplatz "Tauberromantik" erreichen wir am frühen Nachmittag, wir suchen uns einen schönen Platz und richten uns ein, hier wollen wir 2 Nächte bleiben. Der CP ist sehr schön angelegt, groß und weitläufig, Sanitäranlagen top, wir fühlen uns gleich sehr wohl hier. 

Abends bekommen wir dann noch einen neuen Nachbarn, ein Japaner auf Europareise, mit Mietwagen und Igluzelt. Er befürchtet, dass es nachts regnen wird und er sein Zelt morgens nass einpacken muss. So kommt es dann auch, gegen 3 Uhr fängt es an zu regnen und Blitze zucken durch die Nacht. Sicherheitshalber wecke ich Detlef, damit wir die Markise reinholen. Nachts im dunkeln, bei Regen und aufziehendem Gewitter, im Halbschlaf: so schnell und ohne Komplikationen hat das noch nie geklappt!!!

 

Mittwoch, 8. Juni 2016

 

Das Gewitter ist schnell durchgezogen, morgens ist der Himmel wieder blau und wir machen uns auf, Rothenburg anzusehen. Vor dem CP ist eine Bushaltestelle, der Bus fährt alle 2 Stunden. Fußweg nach Rothenburg ca. 20-30 Min., aber der Weg  geht ziemlich steil bergan und das wollen wir uns nicht antun, den Rückweg berab können wir uns da schon eher vorstellen. Also warten wir auf den Bus, da kommt unser "japanischer Nachbar" vorbei, er ist auf der Weiterfahrt und bietet uns an, uns bis in den Ort mitzunehmen. Dieses nette Angebot nehmen wir gerne an.

 

Wir durchstreifen die mittelalterliche Altstadt, die weitgehendst erhalten ist, und stehen dann auf einmal vor dem "Teddyland" von Steiff. Natürlich müssen wir da rein und uns umsehen. Wahnsinn, so viele Teddy's, einer schöner als der andere, leider auch sehr teuer. So verlassen wir das Teddyland und finden uns dann bei Käthe Wohlfahrt wieder, mitten im "Christkindlmarkt". Unglaublich, was es hier alles gibt und wie viel die Leute einkaufen. 

Im mittelalterlichen Kriminalmuseum

 

1000 Jahre Rechtsgeschichte werden hier gezeigt, der Ablauf des mittelalterlichen Strafprozesses, Instrumente der Folter und Geräte zum Vollzug der Leibes- und Lebensstrafen. Zum ersten Mal erfahren wir von Geräten zum Vollzug der Ehrenstrafen, von Halsgeigen für zänkische Frauen oder von Schandmasken.

Zum Gruseln geht es dann in das Kellergewölbe, hier kann man sich über die damaligen Züchtigungsmethoden und Todesstrafen informieren. Der Mensch war schon immer sehr erfinderisch in Grausamkeiten. Gänsehaut gibt es nicht nur aufgrund der kühlen Temperauren hier unten. 

 

Wir bummeln weiter durch die Altstadt, bevor wir den Rundgang auf der Stadtmauer in Angriff nehmen,  wollen wir unbedingt noch die hier so beliebten "Schneeballen" probieren. Ein Mürbeteiggebäck, klassisch mit Puderzucker bestäubt, das es aber auch noch in vielen anderen Kreationen gibt. Ok, wir haben es wenigstens probiert, aber ist nicht unser Ding. Und dann macht uns das Wetter einen Strich durch die Planung. Ein heftiger Gewitterregen geht nieder, wir bleiben in dem Café, trinken noch einen Kaffee um den Regen abzuwarten, aber der hört nicht auf. Natürlich haben wir keine Regensachen dabei und der Himmel gibt alles, was an Nass nur runter kann. Detlef bestellt kurzerhand ein Taxi, das uns dann trocken zum CP bringt. 

Abends genießen wir im "Schwarzen Lamm" ein leckeres Essen.

 

 

 

Donnerstag, 9. Juni 2016

 

Wir haben Glück, können unsere sieben Sachen bei trockenem Wetter packen und dann ziehen wir weiter Richtung Bodensee. In Wangen legen wir einen Stopp ein, auf Empfehlung unseres Freundes Manfred, sollen wir hier unbedingt in der "Fidelisbäckerei" einen "Knorzen" kaufen und probieren. Na gut, trotz Regen und wenig Ortskenntnis der Leute, die wir nach dem Weg fragen, finden wir die Bäckerei. Nur den Knorzen, den kennen sie hier nicht! Der Gastraum des Café's ist rappelvoll, wir finden aber noch Platz und gönnen uns zum Kaffee ein leckeres Stück Erdbeerkuchen. Dann geht es weiter, unterwegs immer wieder heftige Regenfälle. In Meersburg lockert endlich der Himmel wieder auf, mit der Fähre setzen wir rüber auf die Insel Reichenau. Auf dem CP Sandseele richten wir uns ein, hier werden wir ein paar Tage bleiben.

 

Freitag, 10. Juni 2016

 

Strahlend blauer Himmel, ein traumhafter Sommertag. Wir machen die Räder startklar und dann geht es los, unser Ziel ist die Insel Mainau. An der Rezeption bekommen wir die Info, dass es vom Campingplatz bis zur Mainau ca. 10 km sind, na, das schaffen wir doch locker! Hatte ich schon erwähnt, dass es die erste Tour mit dem (neuen) Fahrrad in diesem Jahr ist? Die Route soll gut ausgeschildert sein, also was kann da schief gehen? Frohgemut radeln wir los, vorbei an endlosen Gemüsefeldern, riesigen Gewächshäusern in denen Tomaten, Gurken und Paprika reifen. An der Bäckerei "Laib und Seele" erster kurzer Halt. Gegenüber liegt die Kirche St. Georg, erbaut im 9. Jhd., es geht dann durch das Wollmatinger Ried, immer noch ist die Strecke gut ausgeschildert, dann im Ort Wollmatingen auf einmal nicht mehr, kein Hinweis wo es lang geht. Etwas ratlos stehen wir dann an einer Weggabelung, rechts, links, oder sind wir falsch???? Wir fragen uns durch, bekommen dann von einer Anwohnerin eine ausführliche Schilderung des Weges und dann finden wir uns auch wieder zurecht und kommen auf der Insel Mainau an. Das schöne Wetter hat viele Besucher auf die Insel gelockt, wir stellen unsere Räder ab, und reihen uns in die Schlange beim Ticketschalter.

Nach einer Stärkung beginnen wir die Erkundung der Blumeninsel Mainau. Nach kurzer Zeit wird es für Detlef zu mühsam, er will im Bistro auf mich warten. Ich werde ihn nach fast 3 Stunden Inselbesichtigung, voll mit vielen schönen Eindrücken und Bildern, dort wieder treffen.

Im Schmetterlingshaus

Schnell habe ich mich an die tropische Temperatur gewöhnt und bestaune die vielen, vielen bunten Falter, die überall umher schwirren. Hier kann ich dann auch meine neue Kamera mit dem guten Zoom ausprobieren und testen. Ich kann gar nicht genug bekommen und mache den Rundgang durch das Schetterlingshaus noch ein zweites Mal.

 

Auf der Rückfahrt zum Campingplatz gebe ich 5 km vorm Ziel das neue Pedelec freiwillig an Detlef ab, ich habe Schwielen am Hintern, der Sattel ist die Hölle.

(Wurde nach dem Urlaub sofort ausgetauscht!!!)

 

 

 

Samstag, 11. Juni 2016

 

Verwandte aus dem Schwarzwald sind für das Wochenende auf die Insel gekommen, wir wollten eigentlich mit dem Fahrrad unterwegs sein, aber der Blick auf die Wetterkarte verheißt nicht viel Gutes, also fahren wir mit dem Pkw auf die Schweizer Seite. Wir sehen uns verschiedene Orte an, unter anderem machen wir in Arbon Halt und nutzen die Zeit, in der die Wolken aufbrechen und die Sonne für einen Moment scheint. 

Abends genießen wir ein leckeres Essen am vorbestellten Tisch des Uferrestaurants Sandseele direkt am Bodensee, der versprochene traumhafte Sonnenuntergang findet leider aufgrund der vielen, vielen Wolken nicht statt. Wir sind schon froh, dass es nicht regnet, aber es weht ein kräftiger Wind.

 

 

 

Sonntag, 12. Juni 2016

 

Heute ist der Himmel überwiegend dunkelgrau, tiefe Wolken und immer wieder ein Regenschauer. Radtour ist abgesagt, mit dem Auto geht es nach Stein am Rhein und Umgebung. Wenn das Wetter es zulässt, steigen wir aus und sehen uns die hübschen kleinen Orte an, werfen von einem wunderschönen Platz einen Blick auf den Bodensee und genießen die kostbaren kurzen Sonnenmomente. Stein am Rhein ist einmalig schön mit den bemalten Häusern in der Altstadt.

Später machen wir noch Halt in einer Wirtschaft inmitten großer Obstplantagen, der Weg vom Parkplatz durch die Wiesen ist naß und matschig, auf dem Rückweg gibt's auch noch Nass von oben. 

 

 

 

 

Montag, 13. Juni 2016

 

Die Wettervorhersagen für die nächsten drei Tage sind denkbar schlecht, Starkregen, Gewitter und Unwetterwarnung für Süddeutschland, auch für die Region um den Bodensee. Wir packen unsere Sachen, checken aus und machen uns auf den Heimweg. Ich möchte aber unbedint noch nach Lindau, Kindheitserinnerungen auffrischen. In Lindau fahren wir auf den etwas außerhalb liegenden Parkplatz P1 für Wohnmobile, ein kostenloser Shuttlebus fährt von hier alle 30 Minuten in das Zentrum von Lindau und wieder zurück, ein wirklich toller Service. In einem italienischen Café warten wir einen kräftigen Regenschauer ab und genießen dort überaus leckeren Kuchen und Kaffee. Dann mach ich mich auf den Weg in die Altstadt und zum Hafen, an den ich mich mit seiner markanten Hafeneinfahrt noch sehr gut erinnern kann, hier war ich mit meinem Vater 1959. Schon sooo lange her.

Der Regen wird stärker und mit dem Shuttle geht es zurück zum Parkplatz, begleitet von starken Regenfällen fahren wir Richtung Heimat, Ziel ist heute der Stellplatz in Bad Hersfeld. Unterwegs kommen wir an der Stelle vorbei, wo durch den Regen ein Hang auf die Autobahn gerutscht ist, die rechte Spur ist seit Tagen dort gesperrt.

Spät kommen wir in Bad Hersfeld an, auch hier Regen und für uns heißt es nur ab in die Koje.

 

 

Campingplatz Sandseele, Insel Reichenau

 

 

Lindau am Bodensee

 

 

 

Dienstag, 14. Juni 2016

 

Auf der gesamten Rückfahrt immer wieder Regen, Regen. Wir machen Halt am Autohof Soltau-Süd, wir sind hier zum ersten Mal und sind hoch erfreut, hier einen American Diner zu finden. Wir genießen das leckere Essen und werden sicher wieder hier Station machen.

 

In diesem Jahr hat uns das Wetter einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht, die ersten Tage waren schön, aber leider mussten wir dann wetterbedingt abbrechen.

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© Ingvild Brodersen