Zugvogel unterwegs
Zugvogel unterwegs

Mittwoch, 07. Juni 2017

 

Wir fahren von Hvolsvöllur zurück zum Fähranleger Landeyjahöfn, den wir gegen 11:45 Uhr erreichen. Sicherheitshalber haben wir die Überfahrt schon einen Tag vorher gebucht (2 Erw. und Womo, Hin- und Rückfahrt, ca. 67 € ), jetzt holen wir am Schalter nur noch unsere Fahrkarten ab. 

Alexander muss auch hier zu Fuß auf die Fähre und ist natürlich wieder vor mir an Bord. Um 12:45 Uhr legt die Fähre ab, wir erreichen Heimaey ca. 45 Minuten später. Den Campingplatz finden wir ohne Probleme, leider für uns nicht so geeignet, es gibt hier keinen Stromanschluss. Dem Betreiber gehört aber noch der Platz am Sportzentrum, da schickt man uns hin, wir sind ganz alleine dort oben, haben Strom und einen herrlichen Ausblick. Die tollen Sanitäranlagen und Duschen des Sportzentrums können wir nutzen.

Der schwarze Strand im Fährhafen, im Hintergrund sind die Westmänner-Inseln zu sehen

Zu Fuß gehen wir in den Ort, da meine Magenbeschwerden wieder aufgetreten sind, heftiger als vorher, suchen wir das kleine Krankenhaus auf. Die Untersuchung durch den Arzt dauert knappe 15 Min., er stellt fest, dass es vermutlich eine Gallenkolik ist, empfiehlt Schmerzmittel und eine genauere Untersuchung in Reykjavik.

(13.800 ISK  (ca. 120 €) kostet die Untersuchung)

Wir sehen uns noch die Stadt an und essen dann im Restaurant "Gott" (übersetzt = gut) eine Kleinigkeit, wir sind begeistert, ein leckeres Essen für moderate Preise.

 Dann gehen wir zur Wehranlage "Skansinn", eine kleine Stabkirche steht daneben und das Gebäude Landlyst, ein Museum, aus dem Jahr 1847.

Abends braucht Alexander noch Bewegung und wandert den steilen Weg im Herjolfsdalur hinauf. Ich kann ihn vom Wohnmobil aus beobachten, er schafft es tatsächlich bis ganz nach oben. Begeistert kommt er zurück und erzählt von der spektakulären Aussicht.

Tageskilometer: 35 km

 

Camping Porsheimili: 3.350 ISK (ca. 29 €)

für Womo, 2 Erw. und Strom, Duschen frei

 

Der Campingplatz am Sportzentrum, Blick auf den Sportplatz, im Hintergrund Herjolfsdalur, Blick auf das Meer mit den vorgelagerten Vulkaninseln

 

 

Donnerstag, 08. Juni 2017

 

Bei herrlichem Sonnenschein fahren wir zu dem Lavafeld, es ist warm: T-Shirt-Wetter! Wir wandern die Wege entlang durch das Lavagebiet, das 1973 nach dem Ausbruch des Eldfell entstanden ist. Ca. 15 m unter uns liegt ein ganzer Stadtteil. Man hat Schilder mit den Straßennamen aufgestellt, ein altes Kanalisationsrohr ist teilweise sichtbar, ebenso die Ruine eines mit Lavamassen bedeckten Hauses. Da kommt schon ein beklemmendes Gefühl auf.

 

Alexander entscheidet sich zur Wanderung auf den Krater Eldfell, ich möchte unbedingt das Museum "Pompeji of the North" besuchen.  Es ist ein Museum, dass dem Vulkanausbruch 1973 gewidmet ist. In der Ausstellung wird vermittelt, wie die Menschen auf der Insel vor der Katastrophe lebten und wie sie diesen dramatischen Vulkanausbruch erlebten. Schwerpunkt der Ausstellung ist das Haus einer Familie, das 2005 aus der Vulkanasche ausgegraben wurde, das Museum wurde über diesem Haus errichtet.

 

Eintritt Museum: 2.300 ISK (= ca. 20 €)

 

 

Eldfell

Unsere Fähre geht um 16 Uhr, wir haben eine ruhige Überfahrt und fahren dann auf der Ringstraße bis Selfoss. Inzwischen habe ich Kontakt zu Freunden, die ebenfalls durch Island reisen und z. Zt. in der Nähe in einem Ferienhaus sind. Wir treffen uns an der 36 und fahren gemeinsam zum Haus. Wir verbringen einen schönen Abend zusammen mit Erzählungen über Erlebtes während unseres Islandsaufenthalts. 

 

Tageskilometer: 105 km

 

 

 

 

Freitag, 09. Juni 2017

 

Eine klare, aber sehr kalte Nacht (Bodenfrost) liegt hinter uns, ein gemeinsames Frühstück mit den Freunden und dann trennen sich unsere Wege hier auf Island wieder.

 

Der "Goldene Kreis" ist heute unser Programm. Wir fahren die 36 entlang bis zum Pingvellir Nationalpark. Dieser Ort hat geologisch und historisch eine große Bedeutung für Island.  U.a. wurde 1944 hier die Republik Island ausgerufen und hier treffen deutlich sichtbar Amerika und Europa aufeinander, kilometerlange Spalten prägen den Nationalpark.

Wir fahren dann auf der 365 nach Laugarvatn, besuchen nur kurz das Café Fontana, es ist sehr voll hier. Auf dem Parkplatz rollt dann der Ministerpräsident von Island, mit einem Polizeiwagen als Eskorte vorweg, an uns vorbei.

 

Wir fahren weiter, am Ostausgang steht ein Tramper, an dem wir in den letzten Tagen schon 3 x vorbei gefahren sind, nie angehalten haben, weil unsere Bank hinten immer vollgestellt war. Er lacht uns an, als wir wieder vorbei fahren und dann halten wir doch, nehmen ihn mit. Terence aus Florida begleitet uns heute den ganzen Tag, erlebt mit uns den Goldenen Kreis.

 

Wir kommen zum Thermalfeld im Haukadalur, schon von weitem sieht man die Fontäne des Strokkur emporschießen. Viele heiße Quellen befinden sich noch hier, die Farben reichen von Türkisblau bis leuchtend Rot.

Wenige Kilometer weiter kommen wir zu einem der schönsten Wasserfälle Islands, Gullfoss, der Goldene Wasserfall. Vom Parkplatz führen Wege direkt bis an die beiden Kaskaden.

Wir fahren erst auf der 35 und dann auf der 37 zurück, in Laugarvatn verlässt uns Terence. Der Campingplatz in Selfoss ist aufgrund eines Fußballtuniers toal belegt, kein Platz mehr für uns, weiter geht es deshalb zum Campingplatz in Hveragerdi.

 

Tageskolometer: 199 km

 

Campingplatz Hveragerdi: 3.800 ISK (= ca. 35 €)

für Womo, 2 Erw. und Strom, Duschen frei

Ein schöner Platz, nicht sehr groß, aber für Damen und Herren je 1 WC und 1 Dusche ist zu wenig!

 

 

Samstag, 10. Juni 2017

 

Wir machen uns auf den Weg nach Reykjavik. Da der Campingplatz dort überfüllt und sehr teuer ist, haben wir uns für den in Hafnarfjördur entschieden, und damit auch eine sehr gute Wahl getroffen. Der schöne Platz liegt ruhig neben einem kleinen Park, an dessen Ende sich die Bushaltestelle befindet. Alexander checkt per App die Busverbindung nach Reykjavik, bezahlt unsere Fahrkarten online und innerhalb von 30 Min. bringt uns der Bus in das Zentrum von Reykjavik. Wir bummeln durch die Fußgängerzone, stärken uns im Restaurant "Laundromat" und machen uns dann auf den Weg, die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt anzusehen. Bummeln von der Konzerthalle Harpa die Küstenstraße Sæbraut entlang, machen einen kleinen Stopp an der Skulptur "Sonnenfahrt" und kommen irgendwann zur Hallgrimskirkja, der 76 m hohe Turm der Kirche ist schon von weitem zu sehen. Davor steht das Denkmal für Leif Eriksson, der im Jahr 1000 Amerika entdeckt hat, lange vor Columbus. Am Anfang der Shoppingstraße Laugavegur trennen wir uns, ich möchte gerne durch die Läden bummeln, während Alex ein ruhiges Plätzchen zum Chillen sucht. Später treffen wir uns wie verabredet an der Bushaltestelle wieder und fahren zurück nach Hafnarfjördur.

 

Tageskilometer: 49 km

 

Campingplatz Lava Hostel, Hafnarfjördur: 7.000 ISK (= ca. 64 €) für 2 Übernachtungen, 

Womo, 2 Erw. und Strom, Seniorenrabatt, Duschen frei, Waschmaschine frei

Ein schöner, ruhiger Platz, Sanitäranlagen gut und sauber

Auf dem Weg nach Reykjavik

 

In Reykjavik

 

Sonntag, 11. Juni 2017

 

Heute ist richtiges Sonntagswetter, strahlend blauer Himmel! Alexander macht sich auf, um noch einmal Reykjavik zu entdecken und dort einen Platz zu finden, wo er mit seiner Handpan Straßenmusik machen kann. Ich bleibe in Hafnarfjördur, der Stadt die auf einem Lavafeld erbaut wurde, und mache mich auf den Weg zum Hafen. Mein Weg führt mich durch eine Fußgängerzone, natürlich ist hier am Sonntag nicht viel los, aber an der "Isbud" drängeln sich die Leute. Das verführt natürlich, ein Eis zu probieren, aber es war nicht das, was ich erwartet hatte. Ich gehe weiter und komme dann zum "Viking Village", ein Restaurant und Hotel, und alles auf Wikinger gemacht. Das ist doch genau der richtige Ort, um heute Abend unser "Bergfest" zu begehen. 

 

Nachdem Alexander nachmittags aus Reykjavik zurück ist, gehen wir noch zum Lavagarten Hellisgerdi, beliebt bei Elfenfreunden. Der Park ist schön angelegt, eine Mischung aus Baumbestand und Lavalandschaft und mit viel Fantasie können wir uns  die Wohnorte der unsichtbaren Wesen vorstellen.

 

 

 

Im Lavagarten Hellisgerdi

Abends feiern wir dann im Restaurant des Viking Village unser Bergfest, so richtig zünftig mit wunderbar leckerem Essen und Trinken.

 

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© Ingvild Brodersen