Zugvogel unterwegs
Zugvogel unterwegs

Goldener Oktober an der Mosel

9. bis 14. Oktober 2010

 

Samstag, 09. Oktober 2010

 

Wir wollen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen nutzen, um eine Tour mit dem Wohnmobil zu unternehmen, bevor das Saisonende naht. Wir haben uns für die Mosel entschieden, dort ist die Weinlese in vollem Gang und wir freuen uns auf Federweißer und Zwiebelkuchen!

Geplant haben wir einen Start ganz früh am Morgen. Das Wohnmobil haben wir schon am Freitag gepackt, heute Morgen in aller Hergottsfrühe aufgestanden, nur kurz gefrühstückt, die Kater versorgt und dann  sitzen wir im Womo. Detlef übernimmt die erste Strecke, schnallt sich an, startet und dann ..... nix, rein gar nix.  Die Batteriekontrolle ergibt: alles ok, auch das, was wir Laien so abchecken können ergibt keine Fehlermeldung, also, warum springt das Womo nicht an?? Ratlosigkeit macht sich bei uns breit. Wen kann man um 05:30 Uhr am Samstagmorgen anrufen, ohne sich ihn auf Ewig zum Feind zu machen - niemand. Also abwarten. Wir frühstücken ausgiebig, die Werkstatt hat Samstag Dienst, also ab 8:00 Uhr können wir anrufen. Hoffnung keimt auf, dort bekommen wir aber nur zu hören, dass sie keine Zeit für uns haben und wir Montag vorbeikommen sollen. Dann rufen wir den ADAC an, nach einer Stunde ist der gelbe Engel da und stellt ein Masseproblem fest, das er vor Ort beheben kann. Dann kann die Reise losgehen, mit reichlich Verspätung starten wir endlich um 10:25 Uhr.

Zähfließender Verkehr vor dem Elbtunnel, Richtung Bremen dann Stau, Stau, Stau. Nervig und unser Zugvogel mag es auch nicht, er kocht über. In Oyten machen wir Mittagspause, füllen Kühlwasser auf und weiter geht's. Nach 30 km wieder Stau, Zugvogel kocht wieder. Wir fahren auf einen Rastplatz, rufen wieder den ADAC, inzwischen haben wir festgestellt, dass der Lüfter vom Kühler nicht anspringt. Diesmal kann (will?) der ADAC -Beauftragte uns nicht helfen, rät uns zu warten, bis der Stau weg ist und wir freie Fahrt haben, dann würde Womo nicht überkochen. Wir warten also ab, entscheiden uns nachts zu fahren. Das klappt prima, wir umfahren den Stau vor Osnabrück über die Bundesstraße, kommen gut voran. Gegen Mitternacht halten wir an einer Raststätte bei Köln und schlafen uns aus.

 

Sonntag, 10. Oktober 2010

 

Wir haben trotz der lauten Autobahn gut geschlafen und nach einem guten Frühstück fahren wir kurz nach 9 Uhr weiter. A 1 Richtung Trier, Abfahrt Piesport, dann noch ein paar Kilometer, ein paar Serpentinen und wir kommen gegen Mittag in Neumagen-Dhron , dem ältesten Weinort Deutschlands, an. Der Stellplatz ist umgeben von Weinbergen, mit einer kleinen Gaststätte "Beim Ketsch" und einem umtriebigen, hilfsbereiten Platzwart. Wir finden einen schönen Platz für uns, packen aus und chillen in der Sonne. Der Service der Gaststätte ist einzigartig: Bestellung aufgeben und die Bedienung liefert ans Wohnmobil, einfach genial! Wird sofort ausprobiert, eine Flasche Federweißer und leckerer Zwiebelkuchen wird uns tatsächlich geliefert. Nachmittags erkunden wir mit dem Fahrrad den Ort, finden den Bäcker, wo wir morgens unsere frischen Brötchen bekommen, radeln an die Mosel und genießen danach noch ein wenig die Sonne, die schon früh untergeht, und dann wird es zu kalt, um draußen vor dem Womo zu sitzen. So entscheiden wir uns für einen Besuch im Ketsch, essen dort etwas und probieren den Wein.

Der Service klappt prima
das Herz der Mosel - Neumagen-Drohn

 

Montag, 11. Oktober 2010

 

Mit dem Rad geht es am Vormittag zur Anlegestelle und dann mit dem Schiff nach Bernkastel-Kues. Wir nehmen die Räder mit, aber als wir den Touristen-Trubel dort sehen, lassen wir sie am Anleger in Bernkastel stehen, kein Durchkommen damit bei so vielen Leuten. Das Wetter ist sehr schön, die Sonne scheint vom wolkenlosen, blauen Himmel. Wir bummeln durch die historische Altstadt, die wir von früheren Besuchen schon kennen. Detlef kauft einen Korkenzieher, den gleichen wie vor ca. 10 Jahren und auch im gleichen Geschäft. Dann suchen wir uns ein Plätzchen in der Sonne und stillen unseren Hunger, gut gestärkt schlendern wir noch an der Mosel entlang, die Geschäfte und Straßen sind voll von Touristen, wir sind froh, als wir wieder auf dem Schiff sind und die Rückfahrt antreten. Im Nachhinein kommen wir zu dem Schluß, dass die Tour doch arg lang ist, die Fahrt mit dem Schiff dauert 2 1/2 Std. pro Strecke, das wird auf der Rückfahrt dann schon langweilig, auch durch die Wartezeit an der Schleuse von Wintrich. Die 22 km  Rückfahrt mit dem Rad haben wir uns nicht getraut, was uns hinterher doch ein wenig ärgert.

 

Dienstag, 12. Oktober 2010

 

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Wir machen eine Radtour durch die Weinberge nach Trittenheim. Immer an der Mosel entlang und nur ab und zu geht es ein wenig beran. In Trittenheim machen wir die eine oder andere kleine Weinprobe, auf der Suche nach einem leckeren Weißwein für mich, leider werden wir nicht fündig. Nachmittags genießen wir am Womo den goldenen Oktober in kurzen Hosen und T-Shirt bei Federweißer und Zwiebelkuchen, den wir uns vom Service ans Womo haben bringen lassen! Abends gibt's "Beim Ketsch" Gegrilltes und wir sehen uns mit den anderen Gästen das Fußballspiel Deutschland:Kasachstan an, es geht 3:0 aus. Ca. 40 Gäste, und mindestens 35 davon mit mehr Erfahrung und Fußballwissen als uns Jogi!! Es ist ein sehr kurzweiliger Abend und Wein und Obstler heben die Stimmung!

 

Mittwoch, 13. Oktober 2010

 

Der Wirt vom "Ketsch" hat für heute Nachmittag eine Planwagenfahrt durch die Weinberge organisiert. Leider ist es neblig und die Sonne braucht lange, bis sie nachmittags endlich mal kurz durch die Wolken schaut, die Temperaturen sind auch stark zurück gegangen. Vormittags fahren wir mit dem Womo in eine kleine Werkstatt im Ort, dort will man uns den defekten Kühlerlifter für die Rückfahrt "präparieren". Um 14 Uhr geht es dann mit dem Planwagen in die Weinberge. Zwischendurch wird immer mal wieder ein kurzer Halt eingelegt, um dann eine "Weinprobe" zu machen. Der Wirt hat verschiedenen Weine mitgegeben, die wir unterwegs probieren können, das kommt bei den Teilnehmern gut an und die Stimmung steigt.  Wir halten zu erst bei den Drachenfliegern. Hier stürzen sie sich in die Tiefe und nutzen die Thermik für ihre Flüge. Ich habe mir immer mal gewünscht, auch so einen Flug zu machen, aber als ich dann an der Rampe stehe und in die Tiefe schaue, kommen mir gewaltige Zweifel, ob ich das wirklich könnte. Die Fahrt geht dann weiter Richtung Piesport, dort besichtigen wir die römische Kelteranlage, die zum Kelterfest, das vor ein paar Tagen hier stattfand, noch voll genutzt wird. Unser Planwagen fährt uns weiter durch die Weinberge, immer mal wieder mit einem Stopp mit einem herrlichen Ausblick, der leider wegen des sich nur langsam lichtenden Nebels getrübt ist. Am späten Nachmittag treffen wir wieder am Stellplatz ein, freuen uns wieder auf Zwiebelkuchen und Federweißer, den wir aber heute im Womo verzehren müssen, weil es draußen zu kalt geworden ist. Nachdem wir die Wettervorhersage im Radio für die nächsten Tage gehört haben, Tageshöchsttemperaturen + 2 Grad C und Regen, entscheiden wir uns für die Rückfahrt am nächsten Tag.

 

Abschied im Nebel

 

Donnerstag, 14. Oktober 2010

 

Morgens stellen wir fest, es hat in der Nacht gefroren. Jetzt ist der "Goldene Oktober" hier zu Ende und der Abschied fällt uns nicht schwer. Um 10:15 Uhr rollen wir vom Stellplatz, es regnet unterwegs immer mal wieder, die Heimfahrt ist aber problemlos, der Kühlerlüfter hält durch und wir erreichen unser Zuhause um 23:00 Uhr.

 

 

Alle Bilder dieser Tour gibt es im Webalbum - klick HIER

 

 

 

 

Federweißer und Zwiebelkuchen, oberlecker
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© Ingvild Brodersen