Zugvogel unterwegs
Zugvogel unterwegs

Ostseetour

11. bis 25. Juli 2010

 

Sonntag, 11. Juli 2010

 

Um 08:00 Uhr fahre ich in Mildstedt ab,  auf der A 7 bis Büdelsdorf begleitet mich Regen, dann kommt die Sonne durch und es wird wieder heiß. In Todendorf ist unserTreffpunkt, hier nehm ich meine Freundin Ute aus Hamburg auf und es geht nach Möllin bei Gadebusch. Dort steht das Rauchhaus, eine historische Hofanlage, wo man hervorragendes Essen bekommt. Gut gestärkt fahren wir unserem heutigen Ziel, der Insel Poel, entgegen. Nachmittags gegen 15:00 Uhr erreichen wir den Campingplatz am Leuchtturm. Nachdem wir unseren Platz eingenommen haben, gehen wir auf Entdeckungstour Richtung Strand. Es ist nicht weit dahin und wir genießen das erste Ostseebad in diesem Urlaub.

 

Montag, 12. Juli 2010

 

Unsere erste Nacht war sehr erholsam, wir haben gut geschlafen und ausgeruht geht es nach dem Frühstück zum Strand. Mittags ziehen erste dunkle Gewitterwolken am Himmel auf, aber das Wetter hält sich noch, aber dann am späten Nachmittag wird es uns doch unheimlich. Wir gehen zurück zum Womo,  gerade als wir vom Duschen zurück kommen, bricht ein Gewittersturm los. Im Nu steht das Wasser draußen knöcheltief, die Vorzelte der anderen Camper werden vom Sturm arg hin- und hergerissen, halten aber, nur ein paar Plastikschüsseln und Kleidungsstücke fliegen durch die Gegend. Nach 2 Stunden ist das Gewitter vorbei, wir sitzen dann noch eine Weile draußen vor dem Womo und genießen die frische, kühle Luft.

Sonnenuntergang Insel Poel

 

Dienstag, 13. Juli 2010

 

Wir verlassen um 09:30 Uhr den Campingplatz, in Niendorf legen wir einen Stop ein, hier gibt es eine hervorragende Fischräucherei, an der wir nicht vorbeifahren können, ohne uns mit leckerem Räucherfisch einzudecken.

Unsere Fahrt geht durch eine wunderschöne Landschaft mit diesen herrlichen Alleestraßen, in Bad Doberan machen wir Halt, bummeln durch die Fußgängerzone, gönnen uns einen leckeren Salat, shoppen ein wenig , dann fahren wir unserem nächsten Ziel entgegen, Börgerende. Auf dem Stellplatz, der vor dem Campingplatz liegt, finden wir einen schönen, schattigen Platz. Nachmittags gehen wir zum Strand, dazu queren wir nur die Zufahrtstraße zum Campingplatz. Der Strand ist leider sehr steinig, aber das Wasser hier ist klar und es gibt keine Algen, so wie auf Poel.

Abends gibt es dann noch einen herrlichen Sonnenuntergang am Strand und danach spielen wir Jazzy.

Mollistation in Heiligendamm

 

Mittwoch, den 14. Juli 2010

 

Nach dem Frühstück bringt uns ein Taxi zur 3,5 km entfernten Molli-Station nach Heiligendamm. Man kann diesen Weg auch oben am Deich entlang laufen, aber Ute's lädierte Kniee und die Hitze lassen uns keine andere Wahl. Mit der Molli fahren wir bis Kühlungsborn-West, leider war es die falsche Station, wir hätten vorher in Ost aussteigen sollen, da wären wir dann ganz zentral gewesen. So mussten wir noch ein paar Straßen ablaufen, bis wir an Geschäfte und Strand kamen. Wir bummeln durch einige Boutiquen, gönnen uns ein leckeres Eis und dann machen wir uns wieder auf den Weg zum Bahnhof. Es ist unerträglich heiß, das Taxi bringt uns dann wieder zum Stellplatz. Wir relaxen am Womo im Schatten der großen Bäume, kaum zu glauben, aber es ist uns zu heiß für den Strand,  das Thermometer zeigt 34 Grad C an, erst am späten Nachmittag gehen wir zum Strand und genießen die Abkühlung in der Ostsee.

Relaxen im Schatten der Bäume              Sonnenuntergang in Börgerende

 

Donnerstag, den 15. Juli 2010

 

Heute verlassen wir diesen schönen Platz und fahren Richtung Fischland-Darß-Zingst. Im Künstlerort Ahrenshoop kommen wir gegen 09:30 Uhr an, das Wetter ist regnerisch. Nachdem wir einen Parkplatz gefunden haben, reißt die Wolkendecke auf, die Sonne strahlt vom Himmel und die Temperaturen steigen wieder kräftig an. Wir bummeln durch den Ort, es gibt hier wunderschöne alte Häuser, ein kurzer Weg durch die Dünen und wir sind am Strand. Mittags bleiben wir vor dem Lokal "Achtern Strom" stehen, das Angebot des Tages lockt uns gewaltig: "Ostseehering, gebraten, mit Stampfkartoffeln und süß-saurer Specksoße und Gurkensalat". Das hat soooo lecker geschmeckt, davon haben wir noch Tage danach geschwärmt! In der größten Mittagshitze machen wir uns auf den Weg zum Hafen, den wir dann nach einem kleinen Umweg auch finden. Ein kleiner, romantischer Hafen am Bodden, auch ein Zeesenboot liegt da. Zeesenboote sind Boote, die für das flache Boddengewässer gebaut sind.

Über Stralsund und die Rügenbrücke geht es unserem nächsten Ziel entgegen, Schaprode. Dort finden wir einen Stellplatz für zwei Nächte. Der Stellplatz ist einem riesigen Campingplatz angeschlossen, die Sanitäranlagen sind bei weitem nicht ausreichend für all diese Camper, jeweils 6 Duschen und 8 WC's für mehrere hundert Menschen - dementsprechend "sauber" sah es auch da aus. Auch der Strand hat uns nicht wirklich begeistert, das Wasser des Bodden ist so flach, dass schwimmen gar nicht möglich ist, reicht nach ca. 400 m immer noch gerade bis zum Knie, und es gibt unheimlich viele Algen und Seegras.

Abends sitzen wir dann mit unserer selfmade Erdbeerbowle am Strand und genießen einen herrlichen Sonnenuntergang.

Hafen Ahrenshoop mit Zeesenboot

 

Freitag, den 16. Juli 2010

 

Es wird wieder ein heißer Tag heute, keine Wolke am Himmel. Wir machen uns auf den kurzen Weg zum Hafen von Schaprode, hier fahren die Schiffe ab nach Hiddensee. In Kloster auf Hiddensee angekommen, entern wir gleich ein Pferdefuhrwerk, es wird uns an die Steilküste bringen. Einige Gäste steigen noch dazu und dann geht es ab mit zwei PS. Herrlich, auf diese Art den Ort zu erkunden, zum Laufen ist es viel zu heiß. Oben an der Steilküste angekommen, müssen wir dann doch noch ein Stückchen zu Fuß gehen, aber dann dieser grandiose Ausblick über die Boddenlandschaft auf der einen Seite, die Ostsee auf der anderen und so zwischendurch dann der "Kachelmann"-Leuchtturm. Wieder angekommen in Kloster, teilt Ute einen Apfel für die beiden Pferde und füttert sie, wir gönnen uns auch noch eine Erfrischung in einem Gartenlokal, nachdem wir die kleine Kirche und das Grab von Gerhard Hauptmann besucht haben.

Wieder in Schaprode angekommen, geht Ute dann doch noch mal die Badequalität des Bodden testen. Ich kann mich nicht für dieses flache Wasser mit dem undurchdringlichen Seegrasteppich begeistern und auch Ute meint im Nachhinein, dass sie sich das hätte sparen können.

    Blick von der Steilküste: links Ostsee und rechts

                                   die Boddenlandschaft

                                Mit dem Pferdewagen an die Steilküste

 

Samstag, den 17. Juli 2010

 

Nachts gegen 04:30 Uhr werden wir von einem heftigen Gewitter geweckt, danach ist es wesentlich kühler draußen. Wir verlassen Schaprode und fahren Richtung Lohme. In Lohme/Hagen kommen wir gegen 14:00 Uhr an, für eine Nacht bleiben wir auf dem Park-/Stellplatz. Nachdem wir dann die Zeremonie mit der Anmeldung und Stromversorgung hinter uns gebracht haben (war gar nicht so einfach, die beiden Herren in der Anmeldung haben da so ihre eigenen Vorstellungen, da dauert es schon mal länger als 45 Min. um den Strom am PC freizuschalten!!)

Von hieraus geht der Wanderweg durch den Buchenwald zum Königsstuhl, gut 3 km. In 1 Stunde haben wir es geschafft, es ist eine herrliche Wanderung, kurzweilig, weil in Abständen immer mal wieder Interessantes gezeigt wird. Oben angekommen dann die Ernüchterung: um mal einen Blick vom Königsstuhl auf die Ostsee werfen zu können, werden 6 Euro verlangt, gut, da ist der Eintritt für das Erlebniszentrum eingeschlossen, aber da möchte auch nicht jeder rein. Also, dann eben nicht,  wir fahren mit dem Bus wieder zurück zum Parkplatz.

Abends folgen wir Lockes Empfehlung und gehen in die "Kleine Försterei", nur 100 m vom Stellplatz entfernt. Hier essen wir Wildschweinbraten, mmmh köööstlich!

Wandern durch den herrlichen Buchenwald
interessante Stationen auf dem Weg zum Königsstuhl
"Die kleine Försterei" - hier lohnt es sich einzukehren

 

Sonntag, den 18. Juli 2010

 

Unser erstes Ziel heute ist "der Koloss von Prora", ein 4,5 km langer baugleicher Häuserblock für 20.000 Menschen, 1935 - 1939 ließ Hitler dieses Seebad bauen, der 2. Weltkrieg stoppte die Fertigstellung, heute verfällt es zusehens.

 

Unser nächstes Ziel ist dann Lobbe. Hier habe ich 1991 mit meinen Söhnen einen Spontanurlaub auf dem Campingplatz gemacht. Es hat uns so gut dort gefallen und ich möchte gerne mal sehen, wie es heute dort aussieht. Da es wieder Super-Sommer-Wetter ist, beschließen wir, wenn wir einen Platz bekommen, erst einmal dort zu bleiben. Wir haben Glück, für eine Nacht ist ein Platz frei. Rundherum um unseren Platz stehen Zelte, es ist sehr laut hier, abends geht die Party ab in dem kleinen Imbiss vorne am Parkplatz.

Wir sind den ganzen Nachmittag am Strand und genießen den wurdervollen weißen Sand und das klare Wasser, nur wenig Seegras am Rand, kleine Fische schwimmen zu Tausenden um uns herum.

Wir würden gerne noch hier in Lobbe auf dem Campingplatz bleiben, abends bekommen wir dann einen Platz zugeteilt, auf dem wir von morgen bis Donnerstag bleiben können, an der Strandseite, nur ca. 50 m bis zum Strand vom Wohnmobil. Besser geht es doch gar nicht!

 

Montag, den 19. Juli bis Mittwoch, den 21. Juli 2010

 

Um 10:00 Uhr wechseln wir unseren Standplatz. Hier ist es wesentlich ruhiger als auf der anderen Seite, hier stehen mehr Wohnmobile und Wohnwagen, wir fühlen uns gleich sehr wohl auf diesem Platz. Den Nachmittag verbringen wir am Strand.

Am Dienstagvormittag fahren wir mit dem Bus nach Thiessow, die Suche dort nach einem Bankautomaten ist erfolglos. Auf dem "Rügen-Markt" kaufen wir leckeres Brot, Kuchen, Quark und Fisch. Mit dem Bus geht es dann zurück, ich laufe noch nach Lobbe zum "Kaufmannsladen" um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Eine entspannte Mittagsstunde im Schatten am Wohnmobil und dann wieder ab zum Strand. Heute sind herrliche Wellen!

Heute, am Mittwoch ist es wieder sehr heiß, ab 11:00 Uhr genießen wir das Strandleben, die Brandung heute ist noch größer als gestern, es ist herrlich hier zu baden. Um 17:00 Uhr müssen wir uns dann schweren Herzens von diesem Strand verabschieden.

Der Strand von Lobbe

 

Donnerstag, den 22. Juli 2010

 

Rügen - ade, wir fahren Richtung Glewitzer Fähre, immer auf der Suche nach einem Geldautomaten, denn unsere Bargeldreserven gehen drastisch zu Ende, wir haben nicht mal mehr genug, um die Fähre zu bezahlen. Dann endlich in Garz werden wir fündig, hier gibt es gleich drei davon! In Stahlbrode halten wir beim LandWertHof. Ute hat diesen Tipp in einem Info-Heft gefunden. Alles Bio-Produkte, eigene Herstellung, wir decken uns mit ein paar leckeren Sachen ein und entscheiden dann, dass wir hier auch unser Mittagessen einnehmen. Ute bestellt sich ein Steak und ich ein Kotlett vom Bentheimer. Wenn ich gewusst hätte, was da auf mich zu kommt. Bentheimer ist eine der größten Schweinerassen - na toll, warum hat mir das keiner vorher gesagt? Ich bekomme ein XXL-Kotlett serviert, uff, ganz schön heftig, aber oberlecker!

Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg nach Neustrelitz. Der Stellplatz liegt direkt am Hafen. Wir kaufen noch bei Netto Brot für das Frühstück morgen und bummeln am Hafen entlang. Es zieht Regen auf.

das Bentheimer Kotelett - eine XXL-Überraschung
der romatische Hafen von Neustrelitz

 

Freitag, den 23. Juli 2010

 

Die Regenwolken haben sich verzogen und wir schlendern durch die Fußgängerzone von Neustrelitz. Shopping ist angesagt. Mittags gönnen wir uns am Hafen noch einen "kleinen Salat". Neustrelitz gefällt uns gut, der kleine Hafen mit den vielen "Mietbooten", die schön restaurierten Speicher und auch die Innenstadt ist ansprechend.

Wir machen uns auf den Weg zu unserem letzten Ziel, den Stellplatz in Berlin-Tegel. Hier kommen wir gegen 15:00 Uhr an. Bis 16:00 Uhr müssen wir warten, dann kommt der Platzwart und wir können uns anmelden. Wir sind ziemlich erschrocken über den unfreundlichen Ton und das barsche Verhalten des Platzwartes gegenüber den ankommenden Gästen. Das Benutzen der Toilette VOR der Anmeldung untersagt er einer Familie mit zwei Kindern aus Frankreich, sie sollen doch das Klo im Wohnmobil benutzen, wenn es so dringend ist. Auch ich werde unfreundlich "abgefertigt", weil ich die Gebühr für den Toilettenschlüssel von 4 € pro Tag nicht zahlen will, (das Womo wird hier nur abgestellt,  wir werden abgeholt und verbringen zwei Tage bei Bekannten). Auch wir dürfen die Toilette nicht benutzen, ich hab ja den Schlüssel nicht bezahlt!!!

 

Samstag, den 24. Juli 2010

 

Sommerfest bei Uwe

Uwe's blühendes Paradies

 

Sonntag,  den 25. Juli 2010

 

Um 09:45 Uhr verlassen wir den Stellplatz in Berlin-Tegel. Die Fahrt geht auf der AB Richtung Hamburg, zwischendurch tanken und kleine Mittagspause. Gegen 14:00 Uhr treffen wir uns mit Kirsten in Hamburg-Stellingen auf dem Lidl-Parkplatz. Umladen von Utes Gepäck und dann mach ich mich alleine auf den letzten Teil der Reise. Um 16:15 Uhr treffe ich zu Hause in Mildstedt ein.

 

Alle Fotos von der Ostseetour im Webalbum - klick HIER

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© Ingvild Brodersen