Zugvogel unterwegs
Zugvogel unterwegs

Lofoten/Vesterålen

Tag 8 bis 10

Tag 8

 

Donnerstag, 18. Juni 2015

 

Die Sonne ist nicht untergegangen in der vergangenen Nacht, jetzt, am Morgen strahlt sie vom blauen Himmel. Wir verlassen Oppsal und fahren auf der 17 ca. 53 km bis Saltstraumen. Die Beschilderung ist nicht optimal, wir müssen uns durchfragen, bis wir zu dem Platz unter der Brücke finden, von wo aus man die gewaltigen Strudel beobachten kann.

Der Saltstraumen, 30 Kilometer östlich der Stadt Bodø gelegen, ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt.

Durch einen 2,5 Kilometer langen und etwa 150 Meter breiten Sund zwischen den Inseln Straumen und Straumøy, strömen im Wechsel der Gezeiten fast 400 Millionen Kubikmeter Wasser in die Meerenge hinein und wieder heraus. Der Strom erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h und es entstehen gewaltige Strudel. Sie können einen Durchmesser bis zu zehn Metern erreichen und mehr als vier Meter in die Tiefe reichen. Lediglich bei Stillwasser, also beim Höchst- und Tiefststand, tritt für kurze Zeit Ruhe ein. Nur mit überstarken Motorbooten kann man sich in die Strudel wagen, leider haben wir dieses Spektakel nicht zu sehen bekommen.

 

Von Saltstraumen geht es noch ein paar Kilometer auf der 17 weiter bis Løding, dann auf der 80 bis Bodø. Den Fähranleger erreichen wir gegen 13:00 Uhr, um 14:30 Uhr geht es an Bord und um 15:00 Uhr legt die Fähre nach Moskenes ab. Wir genießen bei dem schönen Wetter das Außendeck und sind beeindruckt, was wir da sehen. Man traut seinen Augen kaum, steil steigt die Zackenlinie der rund 150 Kilometer langen Lofotenwand auf, ragt über 1000 Meter hoch aus der arktischen See.

Um 19:00 Uhr kommen wir in Moskenes an, fahren bis Å und dort auf den Campingplatz.

Tageskilometer: 97 km

 

Maut: Veipakke 38,70 NOK (ca. 4,50 €)

 

Fähre Bodø - Moskenes: 859 NOK (= ca. 97 €)

 

Moskenesstraumen Camping: 200 NOK incl. Strom (= ca. 24 €),

 

Hütten stehen verteilt auf dem hügeligen, felsigen Gelände, Stellplätze unten im Halbrund vor der Felswand, oberhalb sind weitere. Sanitäranlagen norwegisch einfach - aber ok

                               Moskesnesstraumen Camping in Å

Tag 9

 

Freitag, 19. Juni 2015

 

Der erste Tag auf den Lofoten, wir fahren auf der E 10 (wo denn sonst, es gibt nur diese eine) nach Reine. 

Meterhoch ragen die markanten, dachförmigen Trockenfischgestelle entlang der Lofotküste auf, gefüllt mit kopflosen, ausgenommenen Fischen, die man paarweise zusammengebunden hat. Sie zeugen von einer uralten Tradition, die seit jeher eine wichtige Wirtschaftsgrundlage der Lofotfischer bildet, dem Konservieren der Fische durch einfaches Trocknen an der kalten Luft.

Ich seh mir die Gestelle mit den Fisch aus der Nähe an, der Geruch hält sich in Grenzen, zumindest hier draußen. Es gibt auch Gestelle, wo nur die großen Fischköpfe zum Trocknen aufgereiht sind.

Wir fahren durch eine traumhaft schöne Landschaft, immer wieder gibt es tolle Fotomotive. Dann erreichen wir Reine, wir finden schnell einen Parkplatz im Zentrum und schlendern durch Norwegens wahrscheinlich schönstes Fischerdorf.

 

Wir fahren weiter bis zum Campingplatz in Ramberg, der hat einen traumhaften Strand, weißer Sand und türkisblaues Wasser. Wenn hier ein schönes Plätzchen frei ist, dann bleiben wir. Auf unserem Spaziergang über den Platz merken wir sehr schnell, dass die besten Plätze natürlich besetzt sind, also nichts mit Karibikfeeling sondern Weiterfahrt. Wir halten dann noch an einem kleinen Einkaufszentrum, stellen unseren Zugvogel neben einen riesigen, Selbstausbauer- Lkw mit Rendsburger Kennzeichen. Den habe ich schon irgendwo mal getroffen, es existiert auch ein Foto, im Moment weiß ich nur nicht, wo es war.

 

Unser nächstes Ziel ist Nusfjord, dazu verlassen wir die E 10 und fahren 5 km auf der Fv 807. Der gesamte Ort steht unter Denkmalschutz, gehört zum Weltkulturerbe. Nusfjord verfügt über einen natürlichen Hafen. Wegen der räumlichen Enge wurde das Dorf unter anderem auf Holzstegen errichtet. Der historisch erhaltene Teil des Dorfes besteht aus roten, weißen und ockerfarbenen Holzhäusern, die zumeist aus dem 19. Jahrhundert stammen. Der Ort gilt als eines der ältesten und am besten bewahrten Fischerdörfer der Lofoten. 28 traditionelle Fischerhütten, Rorbuer genannt, sind erhalten und werden an Touristen vermietet.

Um an den Hafen und das Zentrum des Ortes zu gelangen, sollen wir Eintritt zahlen, 50 NOK pro Person. Detlef meint, es reicht, wenn sich einer von uns den Ort anschaut, will zurück zum Womo gehen, ich  löse eine Eintrittskarte für mich. Der junge Mann an der Kasse winkt Detlef mit durch, eine echt nette Geste, wir bedanken uns herzlich bei ihm. Es war schon gut, dass Detlef mitgegangen ist, im "Landhandel" sehe ich eine wunderschöne Norwegerjacke, die Detlef für mich kauft.

Wir sehen uns auch noch einige historische Häuser an, ein Sägewerk, das bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts noch in Betrieb war, eine alte Schmiede, ein Haus, in dem der Fischfang verarbeitet und verkauft wurde, mit den dazu gehörigen Gerätschaften aus alter Zeit.

Wir fahren wieder auf der E 10, heute keine Fähre, aber einige Brücken und Tunnel liegen auf der Strecke. In Svolvær machen wir einen kleinen Schlenker zum Hafen, suchen den "Hurtigrutenkai", hier soll sich ein Lokal, das "Magic Ice",  befinden, im Reiseführer haben wir gelesen, dass alles aus Eis ist. Aber wir finden den Kai nicht, unser Navi kann auch nicht helfen und so verlassen wir Svolvær wieder und fahren weiter.

Wenige Kilometer hinter dem Ort fahren wir auf einen kleinen, aber feinen Campingplatz. Wir werden sehr nett empfangen, man spricht gut Deutsch hier, kein Wunder, wie wir später feststellen, viele deutsche Urlauber sind hier Stammgäste.

Wir haben einen schönen Platz gefunden, direkt am Wasser. Heute wird der neue Grill eingeweiht, das Wetter ist so schön, so dass wir noch lange draußen sitzen können.

 

Tageskilometer: 161 km

 

Hammerstad Camping AS, Svolvær: 185 NOK einschl. Strom (= ca. 23 €)

ein kleiner, schöner Platz, Sanitäranlagen einfach, sehr kleine, enge WC-Kabinen, nichts für große, gewichtige Menschen, aber sauber

http://hammerstadcamping.no/

Tag 10

 

Samstag, 20. Juni 2015

 

Wir nehmen den letzten Teil des Lofot-"Highway" in Angriff, in Fiskebøl verlassen wir die Lofoten, hier geht es auf die Fähre nach Melbu auf den Vesterålen. Unser eigentliches Ziel ist Harstad, auf der 82 geht es bis Sortland, dann auf der 85 bis Langvassbukt, bis zur Fähre nach Flesnes auf der 83. Als wir am Fähranleger ankommen, ist die Fähre gerade abgefahren, Pech. Also warten wir auf die nächste in 1,5 Std. Zur Abfahrtszeit ist immer noch keine Fähre da, der Fähranleger hat sich gefüllt, alles wartet geduldig. Wir können die Fähre auf der anderen Seite sehen, aber die bewegt sich nicht in unsere Richtung. Dann kommt jemand und sagt, die Fähre hat einen Defekt, fährt vorraussichtlich erst um 16 Uhr. Jezt noch mal so lange warten?  Nein, wir machen es wie die meisten hier, abfahren und neue Route nehmen. Harstad wird gestrichen, jetzt geht es gleich Richtung Narvik. Dazu müssen wir wieder zurück bis zur 85, in Gullesfjordbotn geht es auf die E 10 in einem großen Bogen am Tjeldsundet und Ofotfjorden entlang, über (sieben?) viele Brücken müssen wir (geh'n) fahren, bis 30 km vor Narvik, ab Bjerkvik auf der E 6.

Etwas abseits der Hauptstraße finden wir einen schönen Campingplatz, ruhig am Waldrand gelegen. Leider können wir nicht mehr lange draußen sitzen, Mückenalarm!

 

Tageskilometer: 268 km

 

Fähre Fiskebøl - Melbu: 148 NOK ( = ca. 18 €)

 

Øyjord Camping bei Narvik: 200 NOK incl. Strom und Dusche (= ca. 24 €)

Kleiner, im Aufbau befindlicher Platz am Waldrand, Rasenfläche etwas uneben, Sanitäranlagen neu, großzügig und sehr sauber

 

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