Zugvogel unterwegs
Zugvogel unterwegs

Rückfahrt:   Tag 14 bis 20

Tag 14

Mittwoch, 24. Juni 2015

 

Heute heißt es Abschied nehmen vom Nordkapp. Wir gehen vorher aber noch mal shoppen, die NOK's müssen weg, wir sind bald in Finnland, und da können wir in Euro bezahlen. Als wir zum Womo zurück kommen, sind schon viele Lücken auf dem Parkplatz, die große Abreisewelle hat begonnen.

 

Wir fahren die E 69 zurück, unterwegs kommt uns doch tatsächlich "Trecker-Willi" und sein Kumpel Günther entgegen, beide weit über 70 Jahre alt. Sie sind im Mai mit ihren alten Treckern und Wohnwagen hinten dran zum Nordkapp gestartet, es wurde im Fernsehen ausführlich drüber berichtet. Günther ist ein Landsmann von uns, kommt aus Langenhorn/Nordfriesland. Über ihre Tour wird später im Regionalprogramm berichtet. Wir halten rechts an und winken, freuen uns, dass wir sie auf unserer Tour getroffen haben.

 

In Oldenfjord biegen wir ab auf die E 6 Richtung Lakselv und weiter nach Karasjok. Die Straße ist eine echte Herausforderung für Fahrer und Wohnmobil, Schlaglöcher, Bodenwellen, alles was geht und die Straße zur Rüttelpiste macht, das ist anstrengend und nervig.

 

In Karasjok wollen wir das im Reiseführer empfohlene "Sami-Zentrum" besichtigen. Bei der Einfahrt in den Ort sehen wir keine Hinweise darauf, nur "Museum" wird angezeigt, aber das ist ja nicht das, was wir sehen möchten. Dann auf einmal eine große Anzeige über der Ampel zum "Sami-Park". Also abbiegen und auf den Parkplatz. Hier ist nicht viel los, wir gehen in den Shop, die üblichen Souvenirs werden hier angeboten, die Angestellten in Sami-Tracht. Dann kommen wir zu einem Tresen, an dem werden Eintrittskarten für den Park verkauft. Detlef will nicht mit, ich kaufe für 140 NOK ein Ticket und mache mich auf, den Park zu besichtigen. Verstreut auf dem Gelände sind verschiedene Zelte und kleine Hütten sowie Gegenstände aufgebaut. In den Hütten und Zelten wird dargestellt, wie die Samen gelebt haben, ein Feuerplatz wird gerade hergerichtet, nicht gerade viel, was es hier für ca. 17 € zu sehen gibt. Ja, ok, ich hätte mir auch noch einen 30 Min. Film ansehen können, in englisch. Dazu hatte ich dann keine Lust mehr.

 

Dann kommen wir recht schnell zur Grenze nach Finnland. Die Straße ist wesentlich besser, anfangs zumindest, die Landschaft hat sich total verändert. Das wirkt fast wie ein "Kulturschock" auf uns, nach den vielen Highlights in Norwegen nun dieses "nur Grün" in Finnland.

Irgendwann in dem weiten Grün Finnlands wechseln wir von der E 6 auf die E 75, hinter Inari suchen wir nach einem Campingplatz. In Ivalo werden wir fündig und stehen dann ganz romantisch in einem Wäldchen am See. Toll, die Mücken haben uns gleich im Visier. Wir schließen schnell das Womo an und dann heißt es nur noch: TÜR ZU! Draußen wird man sofort von den Mücken attakiert, ein kurzer Spaziergang zum See ist so nervig, weil man sich so gegen diese Plagegeister wehren muss. Das macht keinen Spaß!

Tageskilometer: 425 km

 

Camping Ukonjärven Camping in Ivalo: 25 € incl. Strom, Duschen und Mücken

Naturcampingplatz im Wald, an einem See gelegen,

Sanitäranlagen äußerst einfach, nur eine Damen-Duschkabine, die ist nicht abschließbar (kaputt), zwei Damen-WC's, davon eins nicht abschließbar (kaputt), das 2. mit defekter Spülung, dementsprechend eklig

Tag 15

 

Donnerstag, 25. Juni 2015

 

Gut ausgeruht, ohne Mückenattacken nachts, fahren wir auf der E 75 in Richtung Rovaniemi. Unterwegs ändert sich das Wetter, von strahlend blau zu dunkelgrau, es regnet heftig als wir in Rovaniemi ankommen.

 

Rovaniemi ist die Heimatstadt des Weihnachtsmannes. In seinem Büro am Polarkreis ist er tagtäglich anzutreffen, empfängt Jung und Alt aus aller Welt. Das Spektakel wollen wir uns dann mal ansehen, geballte Ladung Weihnachten im Juni, oh Mann!!!

Für unsere Enkelin: Ein Gruß vom Weihnachtsmann, für 7,50 € ist das möglich

Hier ist nicht nur Weihnachten, Rovaniemi liegt direkt am Polarkreis, wir überschreiten ihn heute wieder, diesmal in südliche Richtung.

Hatte ich schon was über das Wetter geschrieben?

Es regnet den ganzen Tag, und dann noch die eintönige Landschaft - das zieht sich wie Gummi. Zwischen Torino und Oulu wird die E 75 zur E 8.

 

In Oulu gehen wir auf den Campingplatz, der ist einfach top! Schade, dass das Wetter nicht so mitspielt, es ist sicher sehr schön hier, wenn der Rasen nicht so aufgeweicht wäre und wir draußen sein könnten, ohne Gummistiefel und Regenjacke. Das ist leider auch der Grund, warum es keine Fotos vom CP gibt.

Tageskilometer: 538 km

 

Nallikari Lomakylä & Camping in Oulu: 32 € incl. Strom und Duschen

Der Campingplatz ist absolut Spitze: alles da, was man braucht und noch mehr, Fußbodenheizung in den Duschen, in jedem WC- und Duschbereich ist eine Sauna, supermoderne Anlage, alles tip top sauber

www.nallikari.fi

Tag 16

 

Freitag, 26. Juni 2015

 

Wir haben uns entschieden, so schnell wie möglich zur Fähre nach Turku zu kommen. Wir haben nicht vorgebucht, wollen versuchen, die Nachtfähre nach Stockholm zu erreichen. Das heißt: "Kilometer fressen", das heißt auch: Birkenwald, Birkenwald, See, Birkenwald, Birkenwald, See hinter Birkenwald, Birkenwald, Birkenwald ......... So eintönig hatte ich mir Finnland nicht vorgestellt, jede Abwechslung ist willkommen, da fotografiert man auch schon mal die (wunderschönen) Lupinen am Straßenrand.

 

Von Oulu auf der E 75 über Viitasaari nach Jyväskylä, weiter auf der 9 nach Tampere, ein Stückchen neue Autobahn, bei Viiala auf die E 63 nach Turku.

 

Wir wissen nicht, wo in Turku der Fähranleger nach Stockholm ist. Detlef aktiviert das Navi, das führt uns dann auch zu einem Fährhafen, leider ist es der falsche. Neu programmieren und dann geht es diesmal zum richtigen Fährhafen, aber leider kommen wir etwas zu spät, Check in ist abgeschlossen, nichts geht mehr. Wir können auch nicht für morgen buchen, Kasse ist bereits geschlossen, d.h. dann für uns, ganz früh am Schalter sein.

 

Wir fahren auf einen Campingplatz in Turku, am Fährhafen über Nacht parken ist uns zu unsicher. Wir kommen gegen 21 Uhr an, suchen uns einen Platz, kurz was futtern und dann ab in die Koje. Wir sind müde von der langen Fahrt und müssen morgen sehr früh wieder aufstehen.

Tageskilometer: 718 km

 

Ruissalo Camping, Turku: 28 € incl. Strom und Dusche

Ein schöner Platz, leicht hügeliges Gelände, Sanitäranlagen gut und sauber,  hier übernachten viele, die zur Fähre wollen

Tag 17

 

Samstag, 27. Juni 2015

 

Um 5:00 Uhr klingelt der Wecker, Frühstück fällt aus, das wollen wir auf der Fähre nachholen. Um 6:20 Uhr stehen wir in der Check-in-Spur der Silja-Line, wir sind nicht die ersten, ein paar Frühaufsteher sind schon da. Um 7:00 Uhr wird der Schalter aufgemacht, wir werden gebeten, uns in die "Waiting-Spur" zu stellen, müssen abwarten, ob noch Platz auf der Fähre ist, wenn alle eingecheckt haben. Nach einer Weile können wir zumindest schon mal buchen, aber ob wir mitgenommen werden, steht noch nicht fest. Wir würden das Geld erstattet bekommen oder aber für die Nachtfähre umbuchen. Wieder warten, aber dann werden wir als letztes Fahrzeug auf die Fähre gewunken, hinter uns geht die große Luke zu und das Schiff legt ab.

 

Es beginnt ein Tag auf der Fähre "Galaxy", 11 Stunden dauert die Überfahrt nach Stockholm, durch eine herrliche Schärenlandschaft.

 

Wir sind froh, dass im Fahrpreis eine Doppelkabine enthalten ist. Wir machen es uns dort erst einmal gemütlich, stellen unsere Sachen ab und dann suchen wir das Bistro auf um endlich zu frühstücken.

 

Nach unserem Frühstück machen wir erst einmal einen Rundgang durch das Schiff, es ist  riesig, weite Wege muss man hier zurücklegen. Bar's, Discos, Shoppingmeile, Bistro, Restaurants, für Unterhaltung ist hier gesorgt. Viele  Passagiere, hauptsächlich russische und finnische junge Leute, nutzen diese Möglichkeit, Party bis zur Ankunft. In den Duty free-Shops tobt der Bär, Sackkarren voll Alkohol werden da abtransportiert.

Zwischendurch gönnen wir uns mal eine Ruhepause in der Kabine. Beim Zwischenstopp in Marienhamn gehen nur Fußgänger von Bord, neue steigen zu.

 

Um 18:15 Uhr läuft die Galaxy in Stockholm ein.

 

Jetzt beginnt die Suche nach einem Stell- oder Campingplatz. Zuerst fahren wir den an, der zentral liegt und uns empfohlen wurde. Natürlich ist der besetzt, dicht an dicht stehen hier die Mobile, das habe ich noch nicht erlebt, ca. 1 - 1 1/2 m Abstand. Nein, hier wollte ich auch nicht wirklich dazwischen stehen. An der Rezeption bekomme ich ein Blatt mit den Adressen und Telefon-Nr. weiterer Campingplätze. Beim ersten ist alles besetzt, der nächste hat keinen Strom, der dritte nimmt den Hörer nicht ab. Wir entschließen uns, diesen mal anzufahren, bevor wir bei den Plätzen, die weiter weg liegen, anfragen.

 

Schon die Anfahrt zu Platz 3 ist merkwürdig, von der Straße aus sehe ich ein Gewusel von Wohnwagen, Zelten, dicht an dicht, alles irgendwie schnuddelig. Wir kommen dann in die Einfahrt, dort steht ein Pkw an der Seite, total zertrümmert. Oh ha! Ich geh auf drei Männer zu, die an der Schranke stehen und frage nach einem Platz, aber eigentlich will ich hier nicht bleiben. Mir wird dann mitgeteilt, dass hier nur feste Plätze sind, kein Campingplatz für die Öffentlichkeit. OK, ich mach mich schnell vom Acker, bin eingenebelt vom süßlichen Geruch der über diesem Platz schwebt. Bloß weg hier!

 

Platz 4 liegt in der Nähe eines Schwimmbades, ja, man hat noch einen Platz frei, sollen wir uns mal ansehen. Den steuern wir dann an, bei der Suche nach dem Stromanschluß kommt dann der "Nachbar" auf uns zu, volltrunken wie eine Haubitze, lallt uns zu. Ich will nur weg, weit weg!

 

Jetzt fahren wir einen Campingplatz an, der 35 km außerhalb Stockholms liegt, in Südertälje. Was für ein Glück! Ein sehr schöner Platz am Wasser, wir sind happy hier und richten uns ein. Wir kommen mit einem deutschen Paar ins Gespräch, bekommen gute Tipps für die Fahrt mit der Bahn nach Stockholm, das werden wir dann morgen in Angriff nehmen.

Tageskilometer: 88 km (ohne Fähre)

 

Fähre Turku-Stockholm: 2 Erw., Womo bis 6 m, einschl. Doppelkabine 150 €

 

Eklundsnäs Camping in Södertälje: einschl. Strom und Duschen   = 260 SEK (ca. 27 €)

Ein sehr schöner Campingplatz, wunderschön auf einer Halbinsel am See Måsnaren gelegen, großzüge Plätze, Sanitäranlagen gut und sauber

http://www.eklundsnas.se/camping/

Tag 18

 

Sonntag, 28. Juni 2015

 

Nach einem richtig guten Sonntagsfrühstück vor dem Wohnmobil fahren wir nach Östertelje (ca. 7 km) zum Bahnhof. Wir stellen das Wohnmobil auf dem Parkplatz ab (kostenlos), kaufen am Kiosk die 24-Std.-Tickets nach Stockholm (für Rentner über 65 Jahre 70 SEK = ca. 8 €), warten nur kurz auf den Zug und sind dann in ca. 30 Min. in Stockholm an der "Central Station". Gleich gegenüber ist die Haltestelle der roten "Hop-on Hop-off" Busse, wir haben Glück und können gleich in den wartenden Bus einsteigen. (Preis pro Erw. 280 SEK = ca. 30 €)

Bei dem herrlichen Sommerwetter sitzen wir natürlich oben, von hier haben wir einen tollen Ausblick, über die Kopfhörer, die wir mitbekommen haben, können wir in Deutsch die Informationen über die Sehenswürdigkeiten hören. Zu dumm, dass ich heute meinen Fotoapparat vergessen habe, so haben wir von der Rundtour durch Stockholm nur die Videoaufzeichnungen und ein paar Fotos, die mit dem Handy gemacht wurden.

Am Vasa-Museum unterbrechen wir die Tour, kaufen unsere Eintrittskarten ( 130 SEK pro Erw. = ca. 14 €) und sind gespannt, was uns da im Museum erwartet.

Und das ist gigantisch, absolut einzigartig. Die Galone "Vasa", die nach 333 Jahren auf dem Meeresgrund geborgen und restauriert wurde, besteht zu 98 % aus Originalteilen, mit Hunderten von geschnitzten und prachtvoll ausgeschmückten Skulpturen. Wir sind beeindruckt von der Größe dieses Schiffes und dass es so gut erhalten ist, 4 Etagen hoch, von jeder Ebene kann man es ansehen, teilweise sogar bis in das Innere hineinsehen. Nach fast 2 Stunden wird uns kalt, die Temperatur hier im Museum ist die "Wohlfühltemperatur" für das Schiff, wir gehen zum Aufwärmen in das Restaurant und stärken uns erst einmal, bevor wir unsere Rundtour mit dem Bus fortsetzen.

Am späten Nachmittag nehmen wir den Zug zurück nach Östertelje und machen es uns auf dem Campingplatz gemütlich, genießen die Sonne und lassen die Seele baumeln.

 

24-Std.-Ticket: von Östertelje nach Stockholm, für Rentner (über 65 Jahre)    70 SEK = ca. 8 €

 

Hop-on-Hop-off Tour: Preis pro Erw. 280 SEK = ca. 30 €

 

Vasa-Museum: Preis pro Erw. 130 SEK = cca. 14 €

 

Eklundsnäs Camping in Södertälje: einschl. Strom und Duschen   = 260 SEK (ca. 27 €)

Wir haben um einen Tag verlängert.

Tag 19

 

Montag, 29. Juni 2015

 

Auf den guten Straßen Schwedens geht es zügig auf der E 4 von Stockholm bis Jönköping. Hier kommen wir in einen großen Stau, wir entscheiden uns, auf einer Nebenstrecke den Stau zu umfahren Landstraße bis Vaggeryd, dort wieder auf die E 4. Und dann seh ich ihn, endlich, so viele Jahre habe ich darauf gewartet, einen freilebenden Elch, der gemütlich die Straße überquert! Natürlich haben wir das hier nicht erwartet und es ist auch keine Kamera schußbereit, aber egal, wir haben ihn gesehen und das zählt!!!!

 

Wir kommen gut vorwärts auf der E 4 bis Helsingborg, weiter die E 6/E20 und sind abends in Malmö, fahren auf den Campingplatz direkt an der Øresundbrücke. Unser letzter Abend in diesem Urlaub, wir lassen die schöne Zeit noch einmal an uns vorüber ziehen, leeren die letzte Flasche Wein und freuen uns auf unser Zuhause.

 

Tageskilometer: 682 km

 

First Camp Malmö: 390 SEK incl. Strom und Dusche (= ca. 41 €)

Ein wirklich erstklassiger Campingplatz, großzügig, Sanitäranlagen absolut spitze, modern und komfortabel, Fußbodenheizung in der Dusche, alles ist tip top sauber, Küchenbereich top ausgestattet z.B. mit Geschirrspüler usw., an alles (und noch mehr) ist gedacht, dafür zahlt man dann aber auch den Preis

Tag 20

 

Dienstag, 30. Juni 2015

 

Frühstück in der Sonne, wir packen zum letzten Mal unsere Sachen ein und machen uns auf die letzte Etappe unserer Reise. Auf der E 20 überqueren wir den Øresund, passieren die Storesundbücke, bei Kolding fahren wir weiter auf der     E 45 bis Flensburg, nur noch das kurze Stück B 200 bis Husum und zur Kaffeezeit sind wir wieder zu Hause.

Tageskilometer: 403 km

 

Øresundbrücke: Womo bis 6 m  - 52 €

 

Storebæltbrücke: Womo bis 6 m - 235 DKr ( ca. 32 €)

 

Wir sind über 6.000 km gefahren, alles ist gut gegangen, keine Panne, nur eine Radkappe verloren, wir sind gesund und munter wieder angekommen - hatten eine fantastische Zeit, bringen viele Eindrücke und schöne Erinnerungen mit -  besser geht's nicht!!!!

... und hier noch etwas für Statistiker:

gefahrene Kilometer insgesamt:                      6.380 km

 

Diesel getankt insgesamt:                                708,3 l

 

Mautgebühren insgesamt:  

Storebelt- und Øresundbrücke                           84,-- €

Maut Norwegen: Abrechnung über AutoPASS   ca. 39,-- €

 

Kosten für 14 x Fähren insgesamt:                    665,-- €

 

Kosten für Campingplätze insgesamt:                 518,-- €

 

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© Ingvild Brodersen