Zugvogel unterwegs
Zugvogel unterwegs

Zum Wildpferdefang in Dülmen

29. Mai bis 1. Juni 2014

 

 

 

 

Donnerstag, 29. Mai 2014 - Himmelfahrt

 

Endlich starten wir zu unserer ersten Tour mit dem Wohnmobil, Krankheit, Termine und eine Flugreise nach Schottland standen am Anfang dieser Saison, jetzt geht's looohoos!!!

 

Der Zugvogel ist gepackt, steht startbereit in der Einfahrt, aber erst einmal geht es am späten Vormittag zur Feier anlässlich des 60. Geburtstages unserer Nachbarin. Sie hat zur Gartenparty eingeladen, wir bleiben aber nur bis mittags, das Grillen machen wir noch mit und dann fahren wir Richtung Dülmen.

 

Die IPA Nordfriesland (Internationale Police Association) hat ein Treffen in Dülmen mit Besuch des Wildpferdefangs organisiert, 34 Personen nehmen daran teil, die mit Wohnmobil, Wohnwagen, Pkw, Motorrad und Zug anreisen. Die Nichtcamper sind im Hotel Dülmener Hof untergebracht, die Camper stehen am Hotel auf einem Stellplatz.

www.duelmenerhof.de

 

Das Wetter ist ideal, Sonne mit ein paar Wolken, die aber nach dem Elbtunnel immer dichter werden. In Grundbergsee machen wir Pause und Fahrerwechsel. Wir treffen in Dülmen gegen 19 Uhr ein. Unsere Gruppe ist schon fast vollzählig angereist, gemeinsam genießen wir ein hervorragendes Essen im Hotel. Klönschnack unter der Markise, bis es dann doch zu kalt wird und wir uns in unsere Mobile bzw. Wohnwagen zurück ziehen.

 

 

 

 

Freitag, 30. Mai 2014

 

Mit einem gemeinsamen Frühstück im Hotel beginnen wir den Tag, den dann jeder für sich gestaltet. Wir fahren mit dem Rad nach Dülmen, es sind nur wenige Minuten und dann sind wir in der Innenstadt. Dort ist heute "Wochenmarkt",  wir bummeln durch die Fußgängerzone, treffen immer mal wieder jemanden aus unserer Gruppe. Auf dem sehr überschaubaren Wochenmarkt kaufen wir  frische Erdbeeren. Sahne, Tortenguß und drei Obsttortenböden holen wir bei Aldi. Heute spendieren wir für alle leckere Erdbeertorte, die gerne angenommen wird, es bleibt nicht ein Krümel übrig! Den Kaffee zu unserem Kuchen hat der Hotelier gespendet, eine sehr nette Geste, vielen Dank!

 

Den Rest des Nachmittages verbringen wir mit netten Gesprächen, man hat sich ja lange nicht gesehen (gg) und es gibt immer viel zu erzählen. Abends genießen wir wieder in großer Runde das Abendessen im Hotel. Der Erdbeerbecher am Schluß paßte gerade noch so rein, mmmhhh der ist wirklich Spitze!!!

Samstag, 31. Mai 2014

 

 

Nach unserem gemeinsamen Frühstück im Hotel machen wir uns startklar für die Fahrt zur Arena. Die IPA-Verbindungsstelle Coesfeld unterstützt uns und hat den Transport zur Arena mit Pkw's organisiert. Das Wetter ist sonnig, es wird warm heute und Sonnenschutz ist unbedingt erforderlich.

 

"Etwa 12 km westlich der Stadt Dülmen, im Merfelder Bruch, existiert schon seit frühesten Zeiten eine Herde wilder Pferde.  Diese etwa 360 Wildpferde sind heute das einzige verbliebene Wildpferdevorkommen auf dem europäischen Kontinent.

 

Alljährlich am letzten Samstag im Mai werden die Jährlingshengste eingefangen. Hier im westlichen Münsterland gehört der Wildpferdefang schon zur Tradition. An diesem Tage werden alle Wildpferde in eine Arena getrieben. Nach dem Herausfangen der einjährigen Hengste wird die gesamte Herde wieder unmittelbar in die Freiheit entlassen. Die Jährlingshengste werden im Anschluss an den Fang durch Versteigerung zum Kauf angeboten; einige Tiere werden verlost. Der Dülmener Wildling ist als Reitpferd und zum Kutschfahren beliebt."

Mehr Infos: www.wildpferde.de
 

Vom Parkplatz müssen wir noch weit über eine Wiese laufen, bis wir zum Eingang kommen. Davor sind Verkaufsstände für Pferdesport, Getränke und natürlich Bratwurst & Co. aufgebaut. Wir kaufen uns ein Los, es werden fünf Jährlingshengste, die heute gefangen werden, verlost. Vielleicht gewinnen wir ja einen, das wird dann unser IPA-Maskottchen!

 

Bis zum Einlass in die Arena um 13:45 Uhr müssen wir die Zeit überbrücken. Wir schlendern einmal um die Arena, können von weitem die Wildpferde sehen, die schon in ein großes Gatter getrieben wurden. Viele, viele Menschen sind mittlerweile eingetroffen, letztendlich werden es 15.000 sein, davon 12.000 in der Arena.

 

Es gibt einiges zu sehen auf den Nebenplätzen, Pferde, Kutschen, Greifvögel, aber irgendwann werden die Beine müde, es ist sehr warm geworden und die Sitzplätze im Schatten sind rar. Endlich ist Einlass und wir suchen unsere Plätze auf. Das wird hart, gut, das wir Sitzpolster mitgenommen haben, aber auch die Sonne fordert uns, kein Schatten für die nächsten 4 Stunden!!!!

 

Es beginnt dann mit dem Vorprogramm, Ponyshow, Westernreiten, Greifvogelschau, Formationsreiten mit wunderschönen Friesen, und Wildpferde, die vor vielen Jahren eingefangen wurden, werden gezeigt.

 

Dann endlich geht es los, die Wildpferdeherde wird in die Arena getrieben. Ein atemberaubendes Bild, so etwas haben wir noch nicht gesehen. Es ist ein herrliches Bild wie die Pferde in einer Staubwolke in die Arena stürmen. Gänsehaut pur! Nachdem Ruhe in die Herde gekommen ist, beginnen die "Fänger" mit ihrem Job. Es sind so an die 20 junge, kräftige Männer aus der Gegend, die die Junghengste einfangen werden. Dieser "Job" ist Tradition, bei vielen schon in der 3. oder 4. Generation, und heiß begehrt. 

 

Die Fänger separieren eine Gruppe Pferde von der großen Herde und treiben diese in eine Ecke, dann wird geschaut, ob ein Jährlingshengst dazwischen ist, der dann "per Hand und Kraft" festgehalten wird, bis ein Halfter angelegt ist. Das ist eine sehr kraftraubende Arbeit, denn die jungen Hengst lassen sich natürlich nicht freiwillig einfangen und es kann schon eine Weile dauern, bis das Tier einigermaßen ruhig ist. Dann wird von Tierärzten und Fachleuten begutachtet, ob es sich um einen Jährlingshengst handelt, kommt schon mal vor, dass eine junge Stute gefangen wird, die wird dann wieder in die Herde entlassen. Der Junghengst kommt in ein Gatter und die kleine Gruppe wird in ein Gatter mit extra hohem Gras entlassen, wenn kein Jährling mehr dabei ist. Die Stuten kennen diese Prozedur schon und drängeln sich von Anfang an an die Gattertür, sie wissen, gleich gibt's leckeres Gras und wir haben unsere Ruhe (für 1 Jahr).

Die ersten fünf Jährlinge werden verlost, wir haben leider kein Glück.

 

Als alle Jährlinge eingefangen sind, verlassen wir die Arena, wir haben ferrrtisch, können nicht mehr sitzen und die Sonne hat uns mürbe gemacht. Einige von unserer Gruppe bleiben noch, um die Versteigerung zu sehen. Es wurden 28 Jährlinge aus der Herde gefangen und versteigert,  zwischen 300 und 800 Euro pro Tier wurde erzielt.

 

Wir machen uns auf den langen Rückmarsch zum Parkplatz und fahren zurück zum Stellplatz. Erst einmal frisch machen, eine Dusche bringt die Lebensgeister wieder zurück.

 

Abends treffen wir uns alle wieder im Hotel zum Essen, es gibt heute ein sehr gutes Buffet, und natürlich auch wieder einen Erdbeerbecher, der muss noch rein, egal wie!!!

 

 

 

 

 

Sonntag, 1. Juni 2014

 

Nach dem gemeinsamen Frühstück im Hotel rüsten wir zum Aufbruch. Die IPA-Freunde aus Coesfeld sind noch einmal zur Verabschiedung gekommen, ein Gruppenfoto wird gemacht und dann fährt einer nach dem anderen ab.

 

Wir starten jetzt Richtung Niederlande/Nijmegen in den Urlaub.

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© Ingvild Brodersen